Kriegschronik der Stadt Münster über die Eroberung Rigas
Textquelle
Riga / Münster 1917

Kurze Erläuterung

Eduard Schulte, Stadtarchivar der Stadt Münster führte ab Juli 1914 eine Chronik, in der er die Ereignisse in Münster aus der Sicht eines preußischen Beamten festhielt. Die Eroberung der lettischen Hauptstadt Riga, die zu diesem Zeitpunkt Teil des Russischen Reiches war, durch deutsche Truppen ist dem Münsteraner Chronisten einen besonderen Eintrag wert. Riga wurde im 13. Jahrhundert von Kaufleuten der Hanse, darunter viele aus Münster, gegründet und gehörte später zum Gebiet der Ritter des „Deutschen Ordens“. Aus dieser fernen Vergangenheit leitet Eduard Schulte hier gewissermaßen ein Recht der Deutschen auf die Stadt Riga ab.

Relevanz des Materials

Die Kriegschronik des Münsteraner Stadtarchivars ist eine spannende Quelle, da Schulte als scheinbar nationalistischer Mensch die Ereignisse des Krieges genau verfolgte. Seine nationalistische Grundhaltung wird auch in seinem Beitritt zur NSDAP in den 1930er Jahren deutlich. Auf lokaler Ebene macht er Karriere und unterstützt die Partei u.a. bei Propagandaangelegenheiten. Die Kriegschronik schrieb er im Auftrag des Münsteraner Magistrats. Ein Potenzial dieses kurzen Ausschnittes der Kriegschronik liegt u.a. in der Beschäftigung mit Ereignissen an der Ostfront, die in der Erinnerungskultur und der Thematisierung im Unterricht häufig nachrangig betrachtet wird. Außerdem lassen sich historische Analogien herauslesen, die er  zwischen dem gegenwärtigen Krieg und Konflikten aus der Vergangenheit herstellt.

Daniel Sobanski

Lernort 

Das Stadtarchiv der Stadt Münster versteht sich als „Gedächtnis der Stadt“ und archiviert Unterlagen der Stadtverwaltung. So wird die Stadtgeschichte Münsters bewahrt und für unterschiedliche Interessierte zur Verfügung gestellt. Die Bestände können vorab recherchiert und dann zur Einsicht im Lesesaal bereitgestellt werden.

Stadtarchiv Münster