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Kurze Erläuterung
Nach dem Zweiten Weltkrieg waren viele deutsche Städte zerstört. Besonders schlimmen Bombenangriffen durch die Alliierten waren die Städte der Industrieregionen ausgesetzt, da dort versucht wurde, kriegswichtige Industrien wie Kohleförderung oder die Stahlproduktion zu zerstören.
Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs lebten daher viele Menschen in zum Teil völlig zerstörten Häusern und Straßen, die nach und nach repariert oder auch abgerissen und neu gebaut werden mussten. Dieser Prozess zog sich über einige Jahre, da die finanziellen, personellen und materiellen Ressourcen für diesen Wiederaufbau häufig fehlten.
Die Aufnahmen und Filmdokumente von Elisabeth Wilms aus dem Jahr 1948 zeigen das Leben der Menschen in den Trümmern ihrer Häuser im stark zerstörten Dortmund. Sie ist nah an den Menschen und zeigt die prekären Lebensbedingungen von Erwachsenen und Kindern zwischen Trümmern und Ruinen. 1981 hat Elisabeth Wilms selbst ihr Filmmaterial kommentiert. Die Filmausschnitte zeigen die Aufnahmen mit der Kommentierung der Kamerafrau.
Relevanz des Materials
Das Filmmaterial ermöglicht einen Blick in das Alltagsleben der Menschen in Dortmund in der direkten Nachkriegszeit. Die bewegten Bilder geben dabei einen tieferen Einblick in die Beschwerlichkeiten der Menschen als es Fotografien oder Texte vermögen. Die Kommentierungen von Elisabeth Wilms helfen dabei, das gesehene Geschehen besser einordnen und verstehen zu können.
Berücksichtigt werden muss dabei, dass es sich um fertig geschnittene Aufnahmen handelt, die in einer bewussten Dramaturgie zusammengefügt sind und den Fokus insbesondere auf arme Bevölkerungsgruppen und die Schwere deren Alltagslebens legen. Bedacht werden muss hier auch die Rolle von Elisabeth Wilms als filmende Frau, die über ausreichend finanzielle Ressourcen verfügte, um das Leben um sie herum zu porträtieren. Die Aufnahmen bieten ebenfalls Potenzial, die Kriegsfolgen und mögliche Hilfen für die betroffene Bevölkerung zu thematisieren. Darüber hinaus bieten Filmdokumente die Möglichkeit, die Emotionen der Öffentlichkeit festzuhalten und die Empathie der Betrachter:innen zu fördern. Mit anderen Aufnahmen verglichen lässt sich aufarbeiten, welche Regionen am meisten von Zerstörungen betroffen waren. Zusätzlich können diese Aufnahmen als wertvolle Quelle für die lokale Erinnerungskultur Dortmunds oder Westfalens dienen und einen Beitrag zur visuellen Chronik der Stadt in der Nachkriegszeit leisten.
Theresa Hiller / Sebastian Sayn
Als Kultur- und Bildungseinrichtung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) hat das LWL-Medienzentrum für Westfalen den dreifachen Auftrag, das audiovisuelle Erbe der Region zu sichern (Bild-, Film- und Tonarchiv), die Geschichte und Gegenwart Westfalens mediengestützt zu dokumentieren und zu vermitteln (Medienproduktion) und das Lernen in der digitalen Welt in Schulen und außerschulischer Bildung zu unterstützen (Medienbildung und -bereitstellung).