Maßnahmen zur Wiederherstellung der „Öffentlichen Sicherheit“
Textquelle
Münster 1637

Kurze Erläuterung

Im Laufe des Krieges entwickelte sich in Westfalen eine Pattsituation zwischen den kaiserlichen Truppen der Liga und der protestantisch-hessischen Seite. Zwar wechselten einzelne Dörfer und Städte mehrmals den Besitzer, dennoch blieben viele Soldaten als Besatzungstruppen in der Region, ohne gezielt in eine Schlacht zu ziehen. Oft zogen ehemalige und aktive Soldaten und ehemalige Soldaten plündernd durch Dörfer und Städte und verursachten dadurch viel Leid in der Bevölkerung.

Relevanz des Materials

Die Quelle skizziert die alltägliche Bedrohung durch Plünderung und Gewalt für die Bevölkerung zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Das Problem hatte zeitweise ein derartiges Ausmaß angenommen, dass sich Erzbischof Ferdinand, der zugleich Bischof in Münster und Paderborn gewesen ist, dazu genötigt fühlte, mit drastischen Mitteln gegen diese Plünderungen vorzugehen. So erlaubte er es, „dergleichen Räuber, Plünderer und Unterthanen-Entführer mit Gewalt abzuwehren, zu verfolgen und zu tödten“ und setzte damit zur Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung auf die Selbstjustiz.

Joel Wichary

Lernort 

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