Artikel „Noch kein Friede! Noch kein Sieg!“
Textquelle
Coesfeld 1920

Kurze Erläuterung

Der Zeitungsartikel vom 22. April 1920 in der Allgemeinen Zeitung Coesfeld thematisiert die politisch angespannte Lage nach dem Kapp-Putsch und dem darauffolgenden Ruhraufstand. Der Kapp-Putsch stellt eine rechtsgerichteten Umsturzversuch gegen die Weimarer Republik dar, der am 12. März 1920 begann und nach einem landesweiten Generalstreik scheiterte. Als Reaktion auf die instabile Lage bildete sich im Ruhrgebiet die “Rote Ruhrarmee“, eine bewaffnete Arbeitermiliz von etwa 50.000 Mann, die zeitweise weite Teile des Ruhrgebiets kontrollierte. Die Reichsregierung setzte Reichswehr und Freikorps ein, um den Aufstand niederzuschlagen, was zu brutalen Kämpfen und zahlreichen Opfern führte.

Relevanz des Materials

Der Zeitungsartikel vom 22. April 1920 in der Allgemeinen Zeitung Coesfeld illustriert die politische Instabilität und Polarisierung der frühen Weimarer Republik, die durch den Kapp-Putsch und den darauffolgenden Ruhraufstand ausgelöst wurde. Der Aufruf des Generalmajors zur Stärkung der Reichswehr und lokalen Polizeikräfte spiegelt die weit verbreitete Furcht vor einer kommunistischen Bedrohung wider, die zu einer politischen Rechtsentwicklung führte und die Grundlagen der jungen Demokratie erschütterte.
Die Quelle bietet vielfältiges Potenzial. Sie kann dazu genutzt werden, sich mit den Ursachen und Folgen des Kapp-Putsches sowie des darauffolgenden Ruhraufstands auseinanderzusetzen. Die Quelle kann ebenfalls genutzt werden, um das Verständnis für politische Spannungen und die Radikalisierung der Weimarer Republik zu fördern. Die Bedeutung des “roten Terrors“ sowie die Reaktionen der verschiedenen politischen Kräfte können untersucht und kritisch reflektiert werden. In diesem Zusammenhang werden sowohl die historische Urteilsbildung als auch der Umgang mit Quellen gefördert. Zudem lassen sich politische Strukturen und Entwicklungen des politischen Extremismus sowie die Rolle der Reichswehr in Krisenzeiten thematisieren.

Dr. Hendrik Martin Lange / Sebastian Sayn

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